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Horizon Scanning in der Onkologie: Decision Support Document Nr. 9-12 online

 

Im Rahmen des Projekts Horizon Scanning in der Onkologie werden in regelmässigen Abständen Assessments zu neuen Onkologika verfasst, für die bedeutende finanzielle und/oder therapeutische Konsequenzen vermutet werden und als Entscheidungsgrundlage für Kostenträger dienen.

Juli 2010:
Lapatinib ditosylate (Tyverb/Tykerb®) als Erstlinientherapie zur Behandlung von fortgeschrittenem/metastasiertem Mamma-Karzinom
Bendamustin (Ribomustin®/Treanda®/ Levact®) zur Behandlung von indolentem Non-Hodgkin Lymphom (NHL), Chronisch Lymphatischer Leukämie (CLL) und Multiplem Myelom
Panitumumab (Vectibix®) als Erstlinientherapie zur Behandlung von metastasiertem Kolorektalkarzinom
Trastuzumab (Herceptin®) in Kombination mit Standardchemotherapie als Erstlinientherapie von metastasiertem Magenkarzinom

April 2010:
Plerixafor (Mozobil®) für autologe Stammzelltransplantation für PatientInnen mit Lymphomen und Multiplen Myelomen


Jänner 2010:

Gefitinib (Iressa®) als Erstlinientherapie zur Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom
Trabectedin (Yondelis®) als Zweitlinientherapie zur Behandlung von rezidiviertem platinsensitivem Ovarialkarzinom


Oktober 2009:

Azacitidine (Vidaza®) für die Thearpie von myelodyplastischen Syndromen
Cetuximab (Erbitux®) bei nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom mit EGF-Rezeptor
Everolimus (Afinitor®) zur Behandlung von fortgeschrittenem/metastasiertem Nierenzellkarzinom
Rituximab (Rituxan®/MabThera®) als Erst- und Zweitlinientherapie bei chronisch lymphatischen Leukämien
Ibritumomab tiuxetan (Zevalin®) als Konsolidierungstherapie nach erster Remission bei follikulärem Lymphom


Kontakt:
Anna Nachtnebel, Sabine Geiger-Gritsch

Hyperthermie

 

Experimentell wird Hyperthermie (fokussierte Erhitzung auf Fiebertemperatur mittels Mikrowellenstrahlung) zur Ergänzung von Strahlen- oder Chemotherapie eingesetzt. Ein umfassender Bericht im Jahr 2005 des Gemeinsamen Bundesausschusses (GB-A/ DE) identifizierte allerdings keinen Netto-Nutzen der Therapie. Ein rezenter LBI-HTA Bericht untersuchte nun, ob sich die Evidenz seit 2005 verändert hat und nun stark genug ist, um Hyperthermie für den Routineeinsatz zu empfehlen.

Das Ergebnis der Literaturrecherche besteht für die 11 analysierten Tumorarten jeweils nur aus einzelnen prospektiven kontrollierten Studien (insg. 6), wodurch die Gesamtstärke der Evidenz mittel bis niedrig ist (nach GRADE). Beim Rektumkarzinom (Lebensqualität als primäres Outcome) zeigt die eingeschlossene Studie keine Vorteile. Für die Erkrankungen Brustkrebs und „oberflächliche Tumoren“ werden Effekte bei der „lokalen Kontrolle“ berichtet, jedoch keine Überlebensvorteile. Für das Zervixkarzinom gibt es ein positives Langzeitergebnis (auch im Gesamtüberleben); eine neue Studie in dieser Indikation zeigt jedoch deutliche Nachteile einer additiven Hyperthermiebehandlung. In der Indikation Analkarzinom kann ein gewisser Effekt hinsichtlich der Vermeidung von Kolostomien gezeigt werden. In allen eingeschlossenen Studien haben PatientInnen, die zusätzlich mit Hyperthermie behandelt wurden, vergleichsweise mehr akute Nebenwirkungen, als PatientInnen mit der unveränderten Krebstherapie. Da insgesamt deutliche Wirksamkeitsnachweise fehlen und Nachteile überwiegen wird eine generelle Therapieanwendung derzeit nicht empfohlen (nur im Rahmen von klinischen Studien).

Decision Support Document Nr. 36: http://eprints.hta.lbg.ac.at/883
Kontakt: Stefan Mathis-Edenhofer

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